Label, Zeichen und Gütesiegel bei Kinderspielzeug
14.02.2012 – 11.57Bei Spielzeugherstellern herrscht wie in allen wirtschaftlichen Bereichen großer Wettbewerb, weshalb die Produktion nicht selten ins Ausland verlagert wird, insbesondere in asiatische Länder mit relativ günstigen Löhnen und sehr wirtschaftsfreundlichen arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen, wie etwa China. Nicht alles was aus Fernost kommt ist automatisch gefährlich oder minderwertig, dennoch sind viele Eltern besorgt. Qualitätssiegel, Labels und Kennzeichnungen sorgen hierbei zumindest für eine gewisse Kontrollmöglichkeit:
1. Die CE Kennzeichnung
Die CE Kennzeichnung besagt etwas kryptisch formuliert, “dass das Produkt den geltenden Anforderungen genügt, die in den Harmonisierungsrechtsvorschriften der Gemeinschaft über ihre Anbringung festgelegt sind.” Für Spielzeug sind 88/378/EWG in Verbindung mit 2009/48/EG entscheidend. Der Haken bei diesem Siegel: Gemäß der einschlägigen Richtlinie ist keine feste Stelle mit der Überwachung der Produktion betraut, der Hersteller kann dieses Siegel also im Regelfall selbst und ohne externe Kontrolle anbringen. Auch wenn die meisten Hersteller die Anforderungen sehr ernst nehmen, prangt das CE Zeichen auch auf allerlei importierten Produkten, die dies eigentlich nicht tragen dürften.
2. Das GS Zeichen
Wesentlich aussagekräftiger als das CE Zeichen, denn damit das GS Label für geprüfte Sicherheit auf einem Spielzeug angebracht werden darf, muß es den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes entsprechen, das auf eine Vielzahl von DIN Normen und Normierungen auf europäischer Ebene zusammensetzt. Die Prüfung muß durch eine offiziell zugelassene Stelle erfolgen, oft ist dies der TÜV. Diese zusätzliche Hürde macht das Siegel zu einem relativ sicheren Indiz für gesundheitliche Unbedenklichkeit und Qualität im weitesten Sinne.
3. Das “spiel gut” Prädikat
Die hohen Weihen einer “spiel gut” Kennzeichnung sind nur über den Arbeitsausschuß Kinderspiel + Spielzeug e.V. möglich, ein unabhängiger Verein der jährlich nur etwa 250 Spielzeuge mit dem begehrten Siegel ehrt, was laut verschiedener Quellen im Netz gerade einmal der Hälfte aller zur Prüfung vorgelegten Artikel entspricht. Neben Sicherheit und Unbedenklichkeit des Materials werden auch pädagogische Aspekte, Preisgestaltung und Umweltverträglichkeit des Produkts selbst und des Produktionsprozesses mit berücksichtigt. Spielwaren ohne diese Kennzeichnung sind keineswegs schlecht, aber gerade wer auf pädagogisch sinnvolles Spielzeug überdurchschnittlicher Qualität wert legt, sollte verstärkt auf das Label, das wie eine rote Schallplatte aussieht, achten. Wer sich genauer informieren möchte, dem sei die Homepage ans Herz gelegt. Leider sind viele der interessanten Publikationen die dort käuflich zu erwerben sind aktuell vergriffen.
4. Das LGA Qualitätszertifikat
Das Zertifikat wird vom TÜV-Rheinland ausgestellt und steht vor allem für Produktsicherheit. Neben üblichen Kriterien wie Brennbarkeit und Flammschutz wird primär geprüft, ob gesundheitsgefährdende Stoffe enthalten sind. Oft zu sehen in Verbindung mit dem GS Zeichen und ein guter Wegweiser dafür, daß keine gesundheitsgefährdenden oder krebserregenden Stoffe enthalten sind.
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